Augustusburg im Erzgebirge.
PDF Drucken E-Mail
 

Historisches Kalenderblatt

  • 3. April 1703 - Generalakzise (die erste Mehrwertsteuer) wird eingeführt

Im Jahre 1703 den 3. April ist auch die Generalakzise in Stadt Schellenberg eingeführet worden; es wurde damals über diese Abgabegeklagt. Der erste Einnehmer war Wolf Ardner und es war eine Wohltat, das auch mit dem Jahre 1834 diese Abgabe aufhörte. Der letzte Einnehmerwar N. N. Wiedemann. Derselbe kam von hier nach Marienberg in das Hauptsteuer-Amt. 

  • 1. April 1758 Siebenjähriger Krieg - Preußen "stiehlt" Rekruten

Den 1. April wurden 200 Mann neuangeworbene Rekruten, welche nur Reichsarmee abgehen sollten, aber von den Preußen aufgehoben, mit Bedeckung durch Oederan nach Freiberg und Dresden abgeführt. 

  • 1. April 1813 Napoleonische Kriege - Russen und Preußen rücken in Flöha ein

1. April kamen schon über 100 Mann, welche schon mehr forderten und dann nach Chemnitz marschierten. Den folgenden Tag kamen einige Tausend preußische Infanterie. Worauf  bald Preußen, bald Russen, zu Pferde und zu Fuß, nebst einem großen russischen Artillerie-Park, der auf  das Pfarrfeld kam, abwechselten, so dass es bis zum letzten April fast  gar nicht  leer wurde. Bald ging es gut, bald aber auch nicht.

 

 
  • 9. April 1567 - Kurfürst August befiehlt den Bau der Augustusburg

Zwanzig Jahre lag das abgebrannte alte Schloss Schellenberg in seiner Asche, bis endlich Kurfürst Augustus den 9. April 1567 den Befehl erteilte, selbiges von neuem aufzubauen. Es ist nicht schwer, die Ursachen zu erraten, warum selbiges so lange wüste gelegen. Denn für das erste erlaubte der Krieg Kurfürst Moritzen, dem Vorgänger Augusts in der Kur, in welchem er damals verwickelt war, durchaus nicht, sich mit einem solchen Baue abzugeben. Hernach wollten auch Kurfürst Augusto, der 1554 die Regierung antrat, teils die Regierungs-, teils aber auch so viele preiswürdige Veranstaltungen in Religionssachen, nicht erlauben, eher an einen so wichtigen Bau zu gedenken. Man siehet aus der Inschrift, welche in den Grundstein der Augustusburg ist gelegt worden, dass Kurfürst Augustum die glückliche Beilegung der Grumbach'schen Händel zur Ausführung dieses herrlichen Gebäudes veranlasst habe. Denn die Worte lauten daselbst also: Da hat hochgeborner Kurfürst, als gewesner Feldherr, dies Schloss, zu einem ewigen Andenken des gemachten Friedens, zu erbauen, verordnet. 

  • 9. April 1681 - "Eingesparte" Schloßwächter werden wieder eingesetzt 

Auf Kurfürst Georg III. Befehl, wurden die Soldaten, die 1676 die Schloßwächter ersetzten, allesamt  unter dem Korporal Philipp Welner wieder abgeführet  und die alten und vorigen Schlosswächter wieder angenommen 

  • 8. April 1758 Siebenjähriger Krieg - Bürgerschaft berät über das Aufbringen der Forderungen der Preußen

Den 8. April wurden die Bürgerschaft wieder in das Lehngericht gefordert, da Ordre ergangen wegen Forderungen der Schockgelder,darüber noch einmal Unterredung zu halten, wo sie sich denn dahin einigten, dass von jedem Schock 2 Gute-Groschen auf Abschlag gegebenwerden sollten, damit nur ein Anfang gemacht würde, es ist aber wieder nichts eingebracht worden. 

  • 13/14. April 1760 Siebenjähriger Krieg - Die Holzbrücke in Grünhainichen soll abgebrannt werden

Den 13. April kamen 3 Husaren und brachten Ordre, die Brücke sollte niedergebrannt werden.Den 14. April kam ein Kommando von 40 Mann vom Freibataillon und Husaren, mit einem Leutnant von Gahlenz, nach Metzdorf, worauf sogleich die Brücke von den umliegenden Dorfschaften verschanzt werden musste. Sobald sich Österreicher sehen ließen sollte dieselbe niedergebrannt werden; auch mussten diese Mannschaften von den benachbarten Orten mit Portion und Ration versorgt werden. 

  • 16. April  1761 Siebenjähriger Krieg - Das Lehngericht Grünberg brennt ab

Den 16. April entstand ein großer Schrecken; des Abends zwischen8 und 9 Uhr hörte man Feuer schreien, und Niemand wusste wo es brannte, bald hieß es da, bald hieß es dort. Der Himmel sah blutrot aus, die Glut schien an das Schloss und an die Kirche; endlich hörte man, dass es das Erbgericht in Grünberg sei, was jetzt der Amts-Landrichter Herr Gottlieb Röber besitzt, es brannten alle Gebäude nieder; im Schafstall sollte es ausgekommen sein, aber Niemand wusste auf welche Art.Sämtliche Schafe sollen mit verbrannt sein.

 

 
  • Dezember 1628 - Kriminalintriege um einen großem kurfürstlichen Becher

Im Jahre 1628 im Dezember ist auf dem Schlosse ein großer goldener kurfürstlicher Becher, 2 1/4 Elle hoch, von des damaligen Wildmeisters Präceptor gestohlen worden. Weil nun der Amtsschösser denselben bezahlen sollte, hatte er die Schuld auf den Torwärter Christoph Olbricht geschoben, indem der Schulmeister Bernhard Schaale ausgesagt, wie der Torwächter dem Präceptor den Mantel umgegeben und den Hut aufgesetzt habe, sei der Mantel vom Winde etwas abgeweht, dass er den Becher sehen konnte. Hierauf ist der Torwächter auf die Tortur gebracht und grausam gemartert worden, hat aber doch nichts eingeräumt; er wurde 3 Jahre Landes verwiesen und kam nach Ablauf dieser Zeit wieder;

  • 16. Dezember 1634 Dreißigjähriger Krieg - Dier Stadt erhält einen Schutzbrief

Idem der Römisch Kaiser- und Königlichen Majestät und den Löblichen Mortin'schen Regiment zu Fuß, bestallter Obrist [Oberst] Leutnant und anjetzo Kommandant zu Chemnitz. Ich Hans Heinrich von und zu Schützen, füge aller Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestät Armeen zugetanen hohe und niedere Offizieren und gemeinen Soldaten zu Ross und zu Fuß nebst Anerbietung meiner nach Standes-Gebühr ganz willigen und freundlichen Diensten, hiermit zu wissen; denenjenigen aber, so meinen Kommando untergeben, bei Leibes- und Lebensstrafe ernstlich befehlende, dass sie das Städtlein Schellenberg nebst Schloss Augustusburg und dessen Einwohner Geist- und Weltliche, auch deroselben Güter, Vorwerke und Mühlen nebst allen, Weib, Kinder, Gesinde, Habe und Fahrnis kleinen und großen Vieh, ganzen Vermögen, noch alles andere wie das Nehmen haben mag in geringsten, nicht molestieren sondern defendieren, viel weniger mit eigentätiger Einquartierung, Plünderung und andere dergleichen Gewalt beleidigen oder kränken und diese Salvegarde keinerlei dass und was pratex. es beschehen möge, sondern gebührender maßen respektieren bei Vermeidung Ungelegenheit und erstre unausbleibende Strafe. Darnach sich ein jeder zu richten. Zu Urkund Ich solche eigenhändig unterschrieben und mit meinem  angebornen Insiegel bekräftiget.
Quartier Chemnitz, den 16. Dezember 1634.
(L. S.) Haus Heinrich von und zu Schützen.

  • 19. Dezember 1759 Siebenjähriger Krieg - Das Lehngericht brennt

Den 19. Dezember, früh um 8 Uhr, kam Feuer in dem Viehstall des Lehngerichts aus, welches denselben gänzlich in Asche legte; gerettet konnte nichts werden, auch verbrannte das ganze Rindvieh mit; man sah den gänzlichen Untergang vor Augen, auch verbrannte die Frau des Landrichter Hübler mit, eine Frau von 52 Jahren, es war nichts mehr übrig als ihre Gebeine; in drei Tagen starb auch der Herr Landrichter in dem 59. Jahr.

  • 18. Dezember 1762 Siebenjähriger Krieg  - Der preußische Oberst soll mit einem Kalb bestochen werden

Den 18. Dezember wurde Meister Johann Adam Lange, Bürger und Weber, zur Zeit Kirchen-Vorsteher, von Seiten der Gerichte mit einem Bittschreiben wegen der Brandschatzung nach Chemnitz an den Herrn Oberst Pillerbeck abgeschickt nebst einem Boten, welcher eine Kalbe zu tragen hatte, solche dem Herrn Oberst zu schenken; es hat aber der Oberst gedachten Meister Lange in Arrest zur Geisel darinnen behalten, und wollte ihn nicht eher herauslassen, bis das Geld alles eingeliefert wäre; das Kalb wurde zwar angenommen, der Bote musste aber allein wieder zurück.

 
  • 29. Dezember 1720 - Ein Bär ist los!

Sen 29. Dezember 1720, am Sonntage nach dem Christtage stieg mitten unter der Predigt ein Bär nicht weit vom Bärenfange über die Mauer, den etliche mutwillige Knaben mit Broteinwerfen an sich gelockt hatten. Dieses war um desto leichter möglich, weil teils die Mauer dazumal nur 5 Ellen hoch, und der Kalk meistens abgefallen war, dass also der Bär mit den Klauen leicht einhauen und herauf steigen konnte. Er ging hierauf nicht in den Wald, sondern erst vor das Schlosstor und dann in das nächst an dem Fahrwege des Schlossberges gelegene Haus, alwo er in dem Hausgärtchen durch das obere Fenster in die Stube hineinbrach, und daselbst 3 Kinder allein beisammen antraf. Das eine Mädchen entlief sogleich; das andere aber, Maria Sophia, von 10 1/2 Jahren Christian Klotz, des Brunnentreibers, einzige Tochter, erhaschte der Bär im Ausreißen vor der Stubentüre und biss sie zu Tode. Da nun des nächsten Nachbars, Hans Michael Hungers, des Böttchers Weib, Anna Elisabeth, von 58 Jahren, welche ebenfalls ganz allein gewesen, das Geschrei der Kinder gehört und herzugelaufen, ist sie von dem Bär auch angefallen, und dergestalt hart verwundet und gebissen worden, dass sie des andern Tage gestorben. (dieses geschah ganz in der Nähe der alten Buchdruckerei.) Hierauf lief der Bär auf den Kirchhof und über den Markt in dem Städtlein hinunter, ergriff einen frommen Bürger und Leinweber von 45 Jahren, - Hans Fischer, der, da er vom Bär gehört, aus der Kirche gegangen - bei dem Brauhause, schleppte ihn unter den Gasthof, zerbiss und fraß ihn auch zum Teil daselbst grausam. Endlich wurde diese Bestie von einem Jägerburschen durch einen Schuss von dem Manne abgetrieben, welcher aber schon tot war; der Bär wurde durch das Städtlein bis zu des Cavillers [Abdecker] Hause hinaus verfolget, wo er mit etlichen Schüssen getötet und darauf nach Dresden in den Jägerhof geschafft wurde.

  • 31. Dezember 1759 Siebenjähriger Krieg - Soldaten rücken ein

Den 31. Dezember, nachmittags um 3 Uhr, rückte ein Regiment braunschweigische Infanterie von 1.800 Mann in Schellenberg ohne Knechte und Weiber ein, dass in einem Hause 16, 18, 20 bis 24 Mann einquartiert wurden, welche mit Essen und Trinken versorgt werden mussten. Da hörte man Jammer und Wehklagen; es war ein trauriger Beschluss des alten Jahres. Ein Regiment Dragoner rückte auch in das benachbarte Dorf Grünberg, so dass in einem Bauerngut 50, 60, 70, 80 bis 100 Mann einquartiert wurden. Die Scheunen, Ställe und Böden wurden erbrochen und Hafer, Heu und Stroh, desgleichen auch Korn und Gerste, wurde den Leuten genommen, auch den unbegüterten Häuslern, welche es selbst erst kaufen mussten, und alles verfüttert. Es ist nach allen Umständen nicht genug zu beschreiben, wie erbärmlich und jämmerlich es zum lieben Neujahrsabend in unserer Stadt hat ausgesehen, woran ein jeder gedenken wird; da sah man nichts als Soldaten und Wagen, wo vor man nicht auf den Gassen fortkommen konnte. Auf dem Schloss quartierte sich der General ein, alle Tore in demselben wurden mit doppelter Wache besetzt, die Ställe wurden mit Pferden bezogen so viel man nur unterbringen konnte, und des Abends um 9 Uhr wurde in einem Hause vor Hauptmanns.

  • 27.-29. Dezember 1760 Siebenjähriger Krieg - Rekrutierungen

Den 27. und 28. sah man nichts als Rekruten von den Amtsdorfschaften herein in das Amt bringen. Den 29. wurden zwei Wagen mit Rekruten durch den Amtslandrichter nach Freiberg gebracht.

  • 27. Dezember 1762 Siebenjähriger Krieg - Die Preußen fangen neue Rekruten in der Kiche ein

Den 27. Dezember, als am dritten Weihnachtsfeiertag, vormittags unter der Kirche, kam unvermutet ein preußisches Kommando von dem Oberst  Pillerbeck von Chemnitz auf Exekution auf die Rekruten, um dieselben sogleich aufzufangen. Die Preußen besetzten nun alle Türen der Kirche, in welcher sonst nie am dritten Weihnachtsfeiertag Gottesdienst  gehalten wurde; was gab es da für einen Schreck und Rumor, der Prediger musste
auf der Kanzel seine Predigt beschließen, indem die jungen Mannspersonen vor Angst über die Emporkirche hinunter sprangen, in die Sakristei hinein liefen und nun zu der daselbst hinausgehenden Türe hinaus wollten; diese war aber auch schon von den Preußen besetzt, in die Kirche kamen sie jedoch nicht hinein während des Gottesdienstes. Es wurde in aller Angst der Segen gesprochen und wie gewöhnlich die Kirche beschlossen. Mittlerweile hatten sich die jungen Mannspersonen verkrochen; wie nun die Kirche aus war, so ließen sie die Weibspersonen vorbeigehen, was aber an Mannspersonen herauskam trieben sie alles auf den Kirchhof zusammen, es mochte alt oder jung sein, worauf sie nachher die Kirche stürmten und aussuchten; sie kamen jedoch nicht in die rechten Löcher, wo sich das junge Volk verkrochen hatte. Da sie nun dachten alles ausgesucht zu haben, so nahm der Leutnant als Oberoffizier die heraus, welche ihm anständig waren, und ließ dieselben in das Lehngericht in Arrest bringen. Es entsprangen ihnen aber auf diesem Wege vier Mann; da sie gleich nach ihnen schossen trafen sie auch dem einen in den Arm; die den Markt hinunter liefen, brachten sie sogleich wieder zurück, der aber, welcher den Pfaffstein hinaus lief, war hinweg, obgleich sie nach ihm schossen. Nachmittags aber um zwei Uhr ging das ganze Kommando auf die Amtsdorfschaften; das junge Volk aber hatte sich, als wieder Flucht war, aus der Kirche hinaus in den Wald geflüchtet. Es wurden aber sogleich die Väter  durch die Soldaten gefangen genommen, welche ihre Söhne ausliefern sollten; desgleichen wurden auch die Mütter mit festgenommen, wo die Väter geflüchtet waren.
Den 30. und 31. Dezember sah man, wie die Soldaten die armen jungen Burschen und Männer vom Lande hereingeführet brachten, mit Stricken zusammengekoppelt wie die Pferde, welches einen Stein in der Erde hätte erbarmen mögen; hinter den Soldaten her sah man einen alten Vater und eine alte Mutter gehen, welche über ihr Kind weinten, desgleichen auch Brüder und Schwestern. Auf dem Felde wurden die jungen Mannspersonen wie die Hasen von den Soldaten herumgetrieben bei so großer Kälte; des Nachts mussten sie sich wie das wilde Vieh verkriechen, und vor Hunger und Kälte fast vergehen. Man hörte auch, dass viele tot gefunden worden sind an andern Orten.

  • 31. Dezember 1813 napoleonische Kriege - Die Stadt feiert den Geburtstag des Zaren als Landesherrn

Unterdessen rückte das Jahr zu Ende in lauter Not. Am 31. Dezember wurde auch der Geburtstag des Kaiser Alexander von Russland gefeiert. Es war ein trauriger Beschluss des alten Jahres. Der Amtmann Gottschald hielt auf dem Markt eine Rede; es war Abend, und die Kinder zogen in die Schlosskirche, von denen manche keine Eltern mehr hatten. Denselben Abend wurde auch die Schlosskirche geöffnet, sonst wurde der Gottesdienst in der Stadtkirche gehalten. Das Öffnen der Schlosskirche war aber zum Nachteil; es standen zwei Bürgerschützen vor der großen Kirchtüre, mit Namen Gottlob Berge und Anton Lange; beide wurden den andern Tag krank und starben auch. Es starben noch viele von den Bürgerschützen, weil sie die Wache auf dem Schlosse hatten.

 
Suchmaschine für das Erzgebirge
RSS 2.0