Augustusburg im Erzgebirge.
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Historisches Kalenderblatt

  • 24. Juni 1685 - Kircheräuber werden hingerichtet
Es werden am 24. Juni 1685 George Peuckert aus Erdmannsdorf und George Lange von Neudörfchen, als Kirchenräuber gerädert, weil sie die Kirche in Flöha bestohlen hatten.
  • 15. Juni 1813 Napoleonische Kriege - Unvermutete Einquartierung von 1.500 Franzosen in Flöha
Keine Einquartierung kam uns aber unvermuteter, als am 15. Juni, wo auf einmal, in das nicht große Dorf, sich 1.500 Mann französische Kavallerie einquartierten. Ich bekam das ganze Haus voll Offiziere, worunter ein Oberster und der einzige Sohn des Marschall Qudinot mit war. Die Häusler hatten 15 bis 25 Mann und Pferde, und da diese keine Fütterung für die Pferde hatten, so ging es wie bei den Gutsbesitzern, wo der Hafer mangelte, auf die Felder, wo die Soldaten sich holten, was ihnen beliebete.

 
  • 25. bis 27. Juni 1630 - 100 Jahrfeier der Augsburger Konfession
Im Jahre 1630 ist am 25., 26. und 27. Juni, das Fest der Augsburger Konfession ebenfalls 3 Tage lang gefeiert worden, an welchen Tagen die Kirchen mit Blumen bestreut. Es sind heute noch Dukaten und Speziestaler vorhanden, welche von jenem Feste her sind.
  • 29. Juni 1762 Siebenjähriger Krieg - Die Bürger fliehen vor den Preußen
Den 29. wurden aus Dorfschellenberg und Leubsdorf Lebensmittel herbeigeschafft, und wer noch etwas hatte dem wurde es genommen. Denselben Tag Gegend Abend kamen 2 Dragoner und 5 Mann von der Infanterie in hiesige Stadt und wollten Quartier haben, sie wurden denn auch im Gasthof einquartiert; da nun Niemand wusste was sie wollten, entstand ein großer Schrecken, indem jeder dachte es geschähe ein Überfall; von den Bürgern ging alles hinaus in den Wald dieselbe ganze Nacht, der Akzis-Inspektor, der Steuer-Einnehmer und noch die übrigen drei Gerichtsschöppen waren auch weg. Es ging aber alles glücklich vorüber. Früh Morgens kamen auch noch zwei Mann von der Infanterie, welche auch mit Essen und Trinken versorgt werden mussten; es wusste aber Niemand was sie wollten.
  • 24. Juni 1824 - Der einige regenfreie Tag im Sommer 1821
1821 war ein sehr nasser Sommer; es gab nur einen Sonntag, an dem es nicht regnete, und das war der 24. Juni, als am Johannisfeste.
  • 25. bis 27. Juni 1830 - 300 Jahrfeier der Augsburger Konfession
Es regnete. Man hörte den schönen Choral: "Eine feste Burg ist unser Gott etc." vom Lindenhause des Schlosses von den Musikanten des Schützen-Korps blasen. Dann sang die Kantorei im Lindengarten; hierauf hörte man einen Böllerschuss in Erdmannsdorf, dann noch mehrere. Diesen folgten mehr, und endlich hörte man überall Schüsse. Nun ging man auf den Paffstein um nach der Witterung zu sehen, von wo aus man denn sah, wie die Sonne mit ihren prächtigen Strahlen aus dem dicken Nebel zum Vorschein kam, welcher in kurzer Zeit verschwand, dass nun die schöne Morgensonne in ihrem vollen Glanz am Himmel stand. Nun wurde es lebhaft, und ein jeder bereitete sich auf das Fest vor. Wie es 8 Uhr war ging zuerst das Schützen-Korps ab und stellte sich oberhalb des Schlossberges in Fronte auf, dann schlossen sich die Innungen und die Schulen an. Der Zug setzte sich nun in Bewegung. Als die Lehrer mit ihren festlich geschmückten Kindern und Fahnen dem Schlossberg näher kamen, machten die Schützen rechts um und stellten sich vor der großen Kirche, ein Spalier bildend, auf, wo denn der ganze Zug seinen Einzug hielt. Nach der Predigt wurden von den Schützen 3 Salven gegeben, und der Zug ging wieder in derselben Ordnung aus der Kirche. Nachmittags wurden in der Stadt 3 Eichen gesetzt. In Hennersdorf wurde eine Linde gepflanzt, die unweit der Lohr'schen Schankwirtschaft steht und jetzt ein großer Baum ist; auf einer Tafel, welche dort angebracht war, standen die Worte: "Mag die Zeit dein Grab zertrümmern, ewig wird dein Name schimmern." Auch Kunnersdorf und Erdmannsdorf haben dergleichen Bäume.
Der 26. Juni, der zweite Festtag, war für die Schuljugend; diese zogen mit ihren Lehrern in die Kirche, und jede Schulgemeinde erhielt eine Bibel. Nachmittag erhielten die Kinder eine Ergötzlichkeit auf dem Markte, dann begaben sie sich in den Arnold'schen, jetzt Weigelt'schen Garten, bei dem Pfaffstein, wo sich die Kinder belustigen. Abends wurde ein Feuerwerk vom Landschöppen Herrn Johann Michael Fischer gegeben, wobei es sehr vergnügt zuging.
Den 27. Juni, als am dritten Festtag, war wieder Gottesdienst, und die Schützen hatten Kirchen-Parade. Nachmittag war Ball auf dem Schlosse, weil zu jener Zeit die Bürgerschützen einen Saal auf dem Schlosse hatten. Überall war Tanz, die Hautboisten [Militärmusikanten] waren kaum hinreichend; sogar auf freien Plätzen wurde getanzt. Zwischen dem Jägerhof und den Scheunen im Garten war auch Tanz.
 
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