Augustusburg im Erzgebirge.
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Historisches Kalenderblatt

  • 4. Oktober 1756 Siebenjähriger Krieg - Preußen vereinnahmt die Steuergelder
Den 4. Oktober wurde in dem Lehngericht folgender königlich preußischer Befehl publiziert: erstlich wegen der noch rückständigen Reste von der Lieferung, solche richtig abzuführen, desgleichen auch ein Befehl, dass die Amtspachter und Steuer-Einnehmer ihre Gelder nach Leipzig liefern sollten, bei militärischer Exekution, wie auch ein Befehl wegen des, nach Freiberg angekommenen Oberst Leutnant Meyer, mit seinem neuangeworbenen freiwilligen Husaren-Korps von 500 Mann, dass ihm alle Hilfeleistung dabei getan werden, bei Androhung harter Strafe.
  • Oktober 1762 Siebenjähriger Krieg - Ein ungewöhnlicher Winter beginnt und hält bis Ostern an
In diesem Jahr ist so ein harter Winter gewesen, dass es vom Monat Oktober an beständig kaltgewesen, es hat von Fastnacht bis zu Ostern täglich geschneit und zu Zeiten war so viel Schnee, dass weder Menschen noch Vieh fortkommen konnten; diese Witterung hat sich erst am Karfreitag geändert, worauf eine so große Hitze eintrat, wie sie in dem heißesten Sommer kaum zu erwarten ist.
  • 1.-9. Oktober 1813 Napoleonische Kriege - Gefechte um die Stadt
Den 1. Oktober, es war gerade Sonntag, waren mehrere auf dem Pfaffstein, um zu sehen, wie es um Oederan herum aussähe.Man sah dort französische Reiterei aus Oederan heraus kommen. Sie kamen nun dem Wald immer näher, und als sie die Waldecke berührten, fiel auch schon der erste Schuss von den österreichischen Vorposten, welche sich während dem Schießen immer nach Falkenau zurückzogen. Es dauerte nicht lange, so hatten die Franzosen auch schon Geschütze zwischen Gückelsberg und Flöha, wo das Gefecht sehr ernsthaft wurde. Die Österreicher hatten auch viel Geschütz bei Bobens Schankwirtschaft in Plaue stehen. Es ging Verstärkung von Seiten der Österreicher nach Plaue und Flöha hier durch, und so ging es immerfort. Es dauerte nicht lange, so zündeten die Österreicher die Fabrikbrücke an, was man ganz deutlich sehen konnte. Nicht lange darauf wiederfuhr dasselbe Schicksal der schönen überbauten Landbrücke. Das Gefecht ging den ganzen Nachmittag fort; man brachte auch schon Verwundete von österreichischer Seite in das Lehngericht, und gegen Abend war schon alles voll den denselben, dass viele in Bürgerhäusern untergebracht werden mussten. In Flöha war der Gutsbesitzer Rudolph mit erschossen worden; auch die Dienstmagd in der Mühle, mit Namen Streu, aus Plaue, wurde durch einen Schuss verwundet, dass sie fast verhungern musste. Der andere Tag, der 9. Oktober, brach an und der Kampf wurde erneuert, wobei es den armen Einwohnern zu Falkenau, Gückelsberg, Flöha und Plaue traurig erging. Sie hatten sich mit ihrem Vieh in den Wald geflüchtet, allein auch da waren sie nicht sicher. Bei dem Begüterten Pomsel in Gückelsberg neben dem Gasthof, sind sie auch im Begriff ihr Vieh in den Wald zu treiben, als die Franzosen kamen und das ganze Vieh nahmen und es mit nach Börnichen und Schönerstadt trieben. Die Besitzerin geht um ihr Vieh noch einmal zu sehen, wobei sie mit Erstaunen bemerkt, dass eins nach dem andern geschlachtet wird.
  • 2. Oktober 1832 Prinz Friedrich August besucht das Schloss Augustusburg
Den 2. Oktober kam Prinz Friedrich August als Mitregent mit dem Amtshauptmann von Polenz von Zschopau hier auf das Schloss; er war heiterer Laune und sagte, dass er vor 16 Jahre auch hier gewesen sei. Er besah die Schlosskirche und die alte Linde, ritt dann wieder zurück nach Zschopau, weil daselbst sein Regiment hatte.
  • 1. Oktober 1856 - Augustusburg wird Sitz des Bezirksgerichts
1856, den 1. Oktober wurde das neue Bezirksgericht eingerichtet. Direktor war ein Herr von Mücke; Gerichtsräte waren die Herren Römisch, Koith, Steinert, Irmer; Staatsanwalt war Herr Günther.
 
  • 7. Oktober 1480 - Die Stadtkirche wird nach 1444 erneut geweiht.
Am 7. Oktober 1480, von dem Bischof zu Meißen, Johann von Weißbach, welcher auch in demselben Jahre die Domkirche zu Freiberg eingeweiht haben soll, noch einmal eingeweiht worden, wobei er dieselbe dem Bischofe Sankt Nicolaus, der Jungfrau Catharina und den beiden Aposteln Sankt Petrus und Paulus, welche alle an dem Altare der früheren Stadtkirche abgebildet gewesen, gewidmet habe. In diesem Altare soll übrigens früher ein Beinchen von dem Bischofe Sankt Nikolaus, ein Stückchen roter Atlas von dem Rocke der Jungfrau Catharina und etliche Stängel Weihrauch in einer Schachtel aufbewahret gewesen sein.
  • 13. Oktober 1756 Siebenjähriger Krieg - Ein Spion sorgt für Aufregung
Den 13. entstand ein großer Auflauf im Amte Augustusburg, es hieß die Österreicher wären an der Grenze bei Marienberg eingefallen und hätten geplündert. Dieser Lärm hatte seinen Ursprung von dem Mann, welcher zum Kriegs-Kommissar von Carlowitz nach Großhartmannsdorf des Nachts gekommen und habe ausgesagt, die Österreicher wären bei Marienberg eingebrochen. Diese Nachricht ist bis Borstendorf und Waldkirchen gelangt und diese beiden Richter haben auch gleich Boten in das Justizamt geschickt, wie sie sich dabei verhalten sollten. Hierauf ist der Amtslandrichter Hübler von dem wohllöblichen Amte ausgeschickt worden und bei seiner Zurückkunft ergab es sich, dass es nur ein blinder Lärm gewesen war. Diese Nachricht hatte sich bis in die benachbarten Orte verbreitet, bis Zschopau, Oederan, Frankenberg, Chemnitz und Freiberg; im letzten Orte befand sich der Oberst-Leutnant von Mayer mit seinem neuangeworbenen Frei-Korps; der ließ die Tore besetzen, die Brücken aufziehen, die Kanonen auf dem Markte in Bereitschaft halten, die Bürger mussten mit dem Gewehr aufziehen und er selbst war außerordentlich tätig dabei. Der genannte Mann war ein Spion gewesen und hatte sich nicht wieder sehen lassen.
  • 14. Oktober 1760 Siebenjähriger Krieg - Die Österreicher ruinieren die Umgegend
Den 14. Oktober ist das kaiserliche Korps in Dorfschellenberg, Marbach und in der hiesigen Umgegend eingerückt, sie haben die Brücken zu Metzdorf und Erdmannsdorf besetzt, haben dieselben verschanzt und auch drei- und vierfach spanische Reiter darauf setzen lassen. Die Preußen zogen sich von Oederan wieder zurück. Es wurde von den Kaiserlichen in dieser Gegend alles ruiniert, absonderlich von den Kroaten, an Erdäpfel und Kraut.
  • 11.Oktober 1813 Napoleonische Kriege - der König von Neapel zieht im Schloß Augustsuburg ein
Der König von Neapel hielt an der Waldkirchner Straße und verlangte mit dem Amtmann Gottschald zu sprechen. Dieser begab sich auch sogleich auf seinem kleinen braunen Litauer zu ihm. Aus Vorsorge hatte derselbe eine Frau mit einem Korb, worin Semmeln und mehrere Flaschen Wein sich befanden, und außerdem noch einen Mann, welcher ebenfalls so versorgt war, mitgenommen. Der König verlangte sehr viel für die Soldaten; der Amtmann machte ihm Vorstellung, dass die Österreicher sechs Wochen lang die Gegend außerordentlich in Anspruch genommen hätten; auch bot er ihm Semmel und Wein an, was er auch annahm, und dann noch etwas nachgab. Der Amtmann Gottschald fragte nun den König, ob er nicht mit auf das Schloss wolle, was er auch sogleich annahm und mit hinter dem Schlosse hinauf ritt und zum schwarzen Tore hinein. Es waren gegen 300 gewiss im Ganzen, worunter sich hohe Generale und auch der Fürst Poniatowsky befand.
  • 13. Oktober 1813 Napoleonische Kriege - Der König von Neapel geht und der Marschall Fürst von Schwarzenberg kommt.
Als den 13. Oktober, Freitags, sah man mit Erstaunen, wie durch das Schloss österreichische Reiterei kam. Nun ging der große Marsch vor sich. In den Pavillon des Lindenhauses war der kaiserlich österreichische Feldmarschall, Fürst von Schwarzenberg, mit mehreren anderen Generalen, sie hatten Landkarten ausgebreitet, und es wurde beraten, wohin die Armee ihren Marsch nehmen sollte, über Chemnitz oder über Mittweida; nach längerer Beratung wurde beschlossen, dass der Marsch nach Chemnitz gehen sollte.
 
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