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David Uhlig. Ob nun zwar viele fehlten, so gab es doch auch einzelne Fälle, wobei ein mancher sein Glück gemacht hat. So ging unter andern ein naher Verwandter des Herrn Gemeinde-Vorstand Richter aus Euba als Sergeant von Chemnitz aus mit nach Österreich. In der Schlacht bei Deutsch-Wagram wurde derselbe schwer verwundet, und nach Preßburg ins Hospital gebracht, welches auch der Kaiser Napoleon besuchte. Der Kaiser kam dann auch zu Richter und fragte ihn über Verschiedenes; die Antworten gefielen dem Kaiser, er ernannte ihn zum Leutnant und beschenkte ihn mit 12 Fünffrankenstücken, von denen heute noch eins dessen hinterlassene Verwandte besitzen, welches ich selbst in meinen Händen gehabt habe.

            Mit dem Jahre 1810 wurde ein ganz anderes Leben unter der Menschheit. Der Friede hatte viel Gutes hervorgebracht, denn alle Geschäfte erholten sich; dieses kam aber auch daher, dass Napoleon gegen England feindselig gesinnt war, und auf seinen Befehl alle englische Waren vernichtet wurden; dadurch fanden die deutschen guten Absatz und hatten auch hohe Preise, denn es war eine Zeit, wie sie fast noch Niemand erlebt hatte, der Scheffel Korn kostete nicht über 3 Taler, und dabei wurde viel Geld verdient, das Pfund englisches Garn kostete 3 Taler und noch mehr. Damals wurden die Leute reich, und was noch das beste war, ganz Deutschland genoss die Segnungen des Friedens.

            Überhaupt war das Jahr 1810 das schönste Jahr, was ich erlebt habe; in diesem Jahre wurde auch die Gendarmerie in Sachsen eingeführt, und   noch viel andere Verbesserungen getroffen.

            Auch wurde der Pfaffstein, welcher früher nicht in dem Zustand war wie jetzt, verbessert; mancher machte sich ein Vergnügen daraus, etwas zur Verbesserung desselben beizutragen, welche man darauf sich freiwillig dazu her. Mehrere Bäume, welche man darauf sieht, rühren von einem ansässigen Bürger, mit Namen August Sigismund Mühlberg, her. So ging das Jahr zu Ende, und es war gewiss eins der Schönsten.

            1811 war Anfangs ebenso wie das Jahr 1810, sehr fruchtbar und eins der seltensten Weinjahre.

            Im Monat Mai kam wieder Rekrutierung. Das Amt Augustusburg musste 76 Mann Schaffen, und zwar im Alter von 18. bis mit dem 25. Lebensjahre. Diesmal war es ein Kommando von Oederan mit einem Rittmeister Zichesar, welches die Aushebung versah. 5 Mann mussten Soldaten werden, und zwar ganz gute Freunde von mir; einer wurde aber wegen Untüchtigkeit in Dresden wieder entlassen. Die anderen

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