< zurückblättern Inhalt vorblättern >

„Hast du nicht erst vorgestern zwei Malter Korn verkauft? Was zauderst du, Nachbar Grundmüller, deinen Riemen zu ziehen? Du brauchst nur einmal mehr zu metzen, so hast du deine Gabe wieder ersetzt. He, Fleischer Berndt! Wie viel habt Ihr aus dem Schocke Felle gelöst, die ich euch am Montag aufladen sah? Nur, was die Schwänzel davon wert find, mögt Ihr jetzt opfern.“

            Der Haderlump und seine Frau weinten, da der Bauer ihnen den geldgefüllten Teller vorsetzte.

            „Tut der kleinen Bärenhexe eine Güte damit,“ sprach der Mann dabei fröhlich und kehrte zu seinem Platze zurück.             Wein und Glücksfälle machen nicht immer und nicht alle Menschen laut und fröhlich. Ein Solcher war der Lumpensammler. Als es mit geldschwerer Tasche heimging, war er ganz still und ließ das Haupt wie betrübt niederhängen.

            „Ich weiß nicht, wie es zugeht,“ hob er später zu seiner Frau an, „dass ich mich gar nicht so recht über unser Glück freuen kann. Dasselbe kommt mir zu groß, zu unverdient vor. Wenn nur kein Unglück darauf folgt! Ging mir's doch gestern so, wo ich in meinem Gotte vergnügt nach Hause kam und gleich die Todesangst ausstehen musste. Nun erst sorge ich mich um Gustel und deren Armbruch. Wenn nur keine schwere Krankheit hinzutritt. Auf Sonnenschein folgt Sturm.“

            „Und auf Ungewitter Sonnenschein,“ tröstete Frau Fingerling; „hatten wir gestern etwa nicht Ungewitters

70

< zurückblättern Inhalt vorblättern >